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5 Hinweise, warum sich Berufliches und Privates nicht trennen lässt

Ja, ja - wir trennen Berufliches und Privates. Gerade gestern wieder gehört.

 

Aber mal ernsthaft, schafft man das? Geht das wirklich, oder ist das nur ein Spruch? Beruhigt man sich selbst und sein Gegenüber damit? Macht man sich da etwas vor?

 

Das stelle ich mir echt anstrengend und ehrlich gesagt auch nicht realisierbar vor. 

 

Ich gebe Dir mal 5 Hinweise, dass Du das wohl kaum trennen kannst.

1. Social-Media Kanäle wie Instagram sind sehr privat, aber...

Bist Du z. B. auf dem LinkedIn Portal, sind dort die Beiträge überwiegend beruflich. Das ist auf Xing genauso.  Weicht aber auch zunehmend auf. Wenn Du Berufliches teilen willst, bist Du jedenfalls dort gut aufgehoben.

 

Instagram ist offen, modern und "in", aber fast ausschließlich privat. Es sei denn, Du bist Influencer, dann musst Du natürlich für Deine Follower was liefern.

 

Instagram macht auch richtig Spaß, weil Du dort sehr kreativ sein kannst. Du teilst Urlaubsbilder von Dir, vielleicht Deine Wohnung, Dein Haus, Dein Auto. Du gibst u. U. viel Einblick in Dein privates Leben. Klar kannst Du auch etwas aus Deinem Berufsleben zeigen, je nach dem, was Du arbeitest. Wenn Du aber selbstständig bist, ist dieser Kanal für Dich sogar ein hervorragendes Werbeportal.

 

Auf Facebook ist auch fast jeder und auch hier kannst Du unterscheiden. Fakt ist, dass es gar nicht so leicht ist, Berufliches und Privates auseinander zu halten. Weshalb es von Arbeitgebern schon so manches mal einen Rüffel gegeben hat.

2. Sich am Wochenende mit Kollegen treffen?

Wochenende ist Freizeit - jedenfalls überwiegend. Doch wie oft vermischt sich das? Wenn Du einen sympathischen Kolleg:innenkreis hast, warum dann nicht? Es gibt ja sogar Firmen, die das fördern und sich wünschen.

 

Wenn Du an einem Treffen teilnimmst, redest Du dann nur über den Job? Wahrscheinlich nicht. Spätestens nach dem 3. Bier/Drink ändern sich die Gespräche doch nun wirklich, oder?

 

Apropos Bier, Alkohol. Solche Treffen können schon recht feuchtfröhlich werden. Beruflich und Privates fein säuberlich getrennt? Eher nicht.

 

Zurück im Büro sind diese Treffen ja meist noch im Gespräch und werden so schnell nicht vergessen. Wie bei den obligatorischen Weihnachtsfeiern eben.

3. Eine Trennung steht ins Haus...

Eine Trennung vom Partner, Ehemannn/Ehefrau hat schon so manchen aus den Socken gehauen. Das ist u. U. ein riesen Einschnitt im Leben. 

 

Sich zu trennen, vielleicht auch noch total überraschend, stellt das Leben meist richtig auf den Kopf. Kannst Du das beruflich schön raushalten? Du funktionierst irgendwie, aber bist ja kein Roboter. 

 

Oft verursacht eine Trennung auch eine Depression, Herzschmerz (Broken-Hard-Syndrom) oder alte seelische Wunden reißen wieder auf  - Du bist auf der Arbeit einfach nicht mehr die/der selbe. 

 

Oder mit der Trennung ist gleichzeitig verbunden, dass die Firma einen Einschnitt erlebt, weil ihr sie zusammen betrieben habt. Insofern leiden alle: Ob Angestellter, Führungskraft oder Selbstständige:r.

4. Du wirst krank - weil Du psychische Probleme hast

Vielleicht hast Du es lange nicht wahrhaben wollen oder etwas sehr gut verstecken können, doch es gibt Momente, da musst Du Farbe bekennen. Bislang ist es Dir immer gut gelungen, Deine Probleme zu vertuschen oder zu kompensieren.

 

Was ich immer wieder sage, dass niemand seine Jacke an die Garderobe hängt und damit auch sein Privates, seine Persönlichkeit. Die nimmst Du ja überall mit hin, auch auf die Arbeit. 

 

Mag sein, dass Du lange Zeit verstecken kannst, dass Du psychische Probleme hast. Doch ist a) sie zu Deckeln anstatt sich ihnen zu stellen eh falsch und wird auf Dauer nicht gutgehen und b) wie gehst Du da mit Dir um? Wie behandelst Du Dich, wenn Du nicht zu Dir und Deinen Problemen stehst?

 

Bei der Hochsensibilität ist das anders. Sie ist keine psychische Krankheit, aber ein sehr besonderes Naturell. Gerade Männer tun sich damit schwer, weil ein Mann natürlich Stärke zeigen muss. Bist Du Vorgesetzter oder Führungskraft, dann doch erst Recht...

5. Du arbeitest überwiegend im Homeoffice oder Zuhause

Durch Corona hatten viele die Möglichkeit, von Zuhause zu arbeiten. Das war lange eine Ausnahme und wurde nur einem eher kleineren Kreis von Kollegen/Mitarbeitern zuteil.

 

Für eine Weile war Homeoffice eine Empfehlung der Politik in der extremsten Coronaphase. Ich habe inzwischen etliche Kommentare dazu gehört, nur wenige wirklich positive. Und ich verstehe Diejenigen gut, die sich dagegen ausgesprochen haben.

 

Ich arbeite selbst inzwischen auch viel von Zuhause, allein dadurch, dass ich online-Coachings gebe, Da kannst Du nichts trennen. Sind Kinder im Haushalt, ist das ein zusätzliches Unterfangen. Die Unterbrechungen sind meist öfter und Du arbeitest von Zuhause dann doch länger.

 

Hier ist eine Trennung praktisch kaum möglich, weswegen ich immer dafür plädieren würde einen Unterschied zu machen. Außerdem kann ich noch viel konzentrierter arbeiten.

Mein Fazit: Berufliches und Privates lässt sich nicht wirklich trennen

Klar, es wird immer empfohlen, was ich auch richtig finde. 

 

Aber wenn wir mal wirklich ehrlich sind, ist das praktisch nicht möglich. Viel Privates spielt auch im Job mit rein, sodass du nur darauf achten kannst, es so gut wie möglich zu tun. Arbeitest Du mit deiner Partnerin/Partner zusammen, dann erst Recht. Allerdings ein wirklich schwieriges Unterfangen.

 

Trotzdem kann's gelingen, wenn es klare Regeln und Grenzen gibt, die möglichst eingehalten werden.

 

Unterm Strich ist es nach meiner Auffassung aber so, dass Du eine deutliche Grenze nicht wirklich ziehen kannst. Weswegen sich manche da etwas vormachen. Je näher das Verhältnis, je vertrauter die Kollegin/Kollege, desto mehr verschwimmt Berufliches und Privates. Das sollte Dir klar sein.

 

Das muss nichts heißen. Ich wollte dieses Thema gerne aufgreifen, weil ich finde, dass sich da viele etwas vormachen. Je klarer Du damit umgehst, desto besser wird das auch gelingen - egal ob beruflich oder privat.