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5 Wege, wie Dir Nein-sagen im Job besser gelingt

Hast Du mit dem Nein-sagen ein Problem?

Weil Du Angst vor den Konsequenzen hast?

Weil Du niemanden enttäuschen willst?

Weil Dein Chef Dich sonst rauschmeißt?

Weil es Dir generell schwerfällt?

 

Ein Nein bekommt keiner gern. Doch Du kannst den Weg dafür bereiten. Und auch im Beruf gilt: WIE Du nein sagst. Bist Du ein schüchterner, zurückhaltender Mensch, mag das im ersten Moment eine riesen Herausforderung sein. Aber sieh es als ein Training, dann fällts Dir leichter.

1. Weshalb das Nein gar nicht das Problem ist

Wie schon erwähnt, ein Nein bekommt niemand gern. Das ist unter Umständen ein sehr schmerzhafter "Korb". Du kannst es als Deine persönliche Niederlage nehmen - dann ist es eine Katastrophe. Doch mit dem Nein schwingt noch so viel mehr mit.

 

Ein guter Weg ist, zu erkennen, was u. U. dieses Nein mit Dir macht:

 

Da kommt Angst hoch: Ich werde abgelehnt dafür.

Ich habe die Überzeugung (gerade wenn's der Chef ist), dass ich nicht nein sagen darf.

Die Sorge schwingt mit, dass ich mit einem nein jemanden enttäusche.

 

Was immer da mitschwingt, hat das mit Deiner Vergangenheit zu tun. Natürlich auch damit, wie selbst_sicher Du Dich insgesamt fühlst. Aber auch, weil Du als schüchterner Mensch, Dich mehr überwinden musst. Aber das Nein ist ein ganz normales Wort und ist nicht das Thema.

2. Du darfst Dir Zeit für Deine Antwort nehmen

Sag nicht zu vorschnell ja, wenn es Dir aus den genannten Gründen schwerfällt. Eine gute Strategie ist, um etwas Zeit zu bitten. Es gibt noch einen anderen wichtigen Grund für Dein Nein, nämlich dann, wenn Du mit deinen Kräften eh schon am Limit bist. 

 

Nimm Dir Zeit, um in Dich hineinzuhorchen. Aber auch, um Dir eine gute Antwort zu überlegen. Sammele Mut,

wenn Du merkst, dass genau dieses Nein Dir nicht leicht fällt.

 

Aber Achtung bei Notlügen: Sieht man Dir an der Nasenspitze an, dass Du nicht die Wahrheit sagst? Dann könnte das peinlich werden. Eine Notlüge ist ein Vermeiden. Ein Vermeiden hält Dich in Deiner Angst. 

 

Mach Dir klar, die Zeit, die Du Dir für eine gute Antwort nimmst, spart Dir im Nachhinein ein schlechtes Gewissen, Vorwürfe, die Du Dir selbst machst oder das Gefühl, dass Du nicht voll und ganz hinter Dir gestanden hast. 

3. Liefere eine Begründung mit, damit der andere das Nein leichter nehmen kann

Du MUSST natürlich nicht immer ja sagen, deshalb ist gut, sich eine plausible und gute Begründung zu überlegen. Du wirst mit einem Nein Deinen Arbeitsplatz nicht gleich aufs Spiel setzen. Auch hier denk daran, dass niemand ein Nein gerne kassiert.

 

Du kannst z. B. ein alternatives Angebot machen: "Heute kann ich nicht, weil ich noch einen Arzttermin habe, aber morgen gerne..." Verpacke das mit einem freundlichen Tonfall, dann fällt es der Kollegin/Kollegen oder dem Chef leichter zu nehmen.

 

Versetz Dich in die Lage des anderen (Kolleg:in, Chef) und zeige Verständnis. Doch bei allem Verständnis für die andere Person, vergiss Dich nicht! Eine Begründung zu liefern, bedeutet leider manchmal, dass Du anfängst Dich zu rechtfertigen. Nicht jeder findet ein Nein toll, nicht jedem passt es und nicht jeder kann es locker nehmen.

 

So wie Dir das Nein-sagen scherfällt, fällt womöglich Deinem Gegenüber schwer, das Nein anzunehmen. Du merkst, eine gute, einfühlsame und hieb und stichfeste Begründung kann sehr wichtig sein.

4. Bau Dir ein STOPP ein, bevor Du vorschnell ja sagst

Ein visueller Anker am PC, auf dem Schreibtisch oder am Telefon kann Dich dabei unterstützen, dass Du nicht zu schnell ein Ja raushaust, aber "eigentlich" ein Nein spürst. Dieser "Anker" hat nur für Dich eine Bedeutung und erinnert Dich sanft daran, in Dich hineinzuhorchen, bevor Du Deine Antwort gibst.

 

Du darfst Dich abgrenzen, besonders als Hochsensible:r. Achte auf Deine Grenzen und verwische sie nicht, weil Du Angst vor Ablehnung oder anderen Konsequenzen hast. Wenn jemand mit Deiner sensiblen Art umzugehen weiß, kann er Dich besonders einfühlsam bitten, an Deine Hilfsbereitschaft appellieren und und und. Lass Dich nicht ausnutzen!

 

Dir rutscht noch immer zu schnell das Ja raus? Mach Dir nichts draus. Das ist ein Training und braucht seine Zeit. Doch je besser Zusammenhänge dir klar werden, desto mehr gelingt es Dir mutig für Dich und Deine Bedürfnisse, Grenzen einzustehen.

5. Die Angst vorm Nein-sagen leichter besiegen

Die Angst vor Ausgrenzung und Ablehnung ist bei Hochsensiblen meist sehr ausgeprägt. Haben sie doch eh das Gefühl, durch ihr Anderssein zu den Außenseitern zu gehören. Einem Vorgesetzen oder dem Chef ein Nein zu sagen, ist daher noch stärker mit Angst besetzt.

 

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete:

 

Hast Du keinen Trainingspartner, nutz einen Spiegel. Überlege Dir vorher, auf welche Nachfragen oder Argumente Du etwas zu sagen hast. Dein Chef/Vorgesetzer wünscht sich gute Argumente, dann liefere sie ihm. Sammele mehrere Möglichkeiten, aber ohne Dich zu entschuldigen oder Dich zu rechtfertigen. Mit einem angemessenen Tonfall wird Dir das sicher gut gelingen.

 

Apropos Ton: Wie ist es bei Dir selbst? Wenn Dir jemand ein Nein um die Ohren hat, kränkt das doch auch eher, oder? Im Job nein zu sagen, ist in jedem Fall etwas anderes, als würdest Du es einer Freundin sagen. 

 

Erinnere Dich, bei wem es Dir in der Vergangenheit schon sicher gelungen ist:

 

Welche Gefühle hast Du wahrgenommen und gespürt?

Hat Dein Gegenüber Verständnis für Dich gezeigt?

Hast Du Dich selbst dafür gelobt oder warst stolz auf Dich?

 

Hol Dir die Gefühle dazu noch einmal hoch. Spür nach, wo der Stolz und die Freude, dass Du Dich überwinden konntest sitzen. Um die guten Gefühle zu festigen, überkreuze Deine Arme und tappe rechts/links auf den Oberarmen. Erinnere Dich beim nächsten Mal daran, wie gut Du für Dich gesorgt hast und wie sich das anfühlt.

 

Es ist und bleibt Übung, ein Training. Doch mit jedem Mal wirst Du besser. Nein sagen zu können, ist ein befreiendes Gefühl. Ich schwöre Dir, das wirst Du mit der Zeit nicht mehr missen wollen.

 

Zum Abschluss mach Dir aber noch mal klar:

 

Gehst Du aus Sorge um Deinen Arbeitsplatz oder aus Angst vor Ablehnung immer wieder in die Vermeidung, ist nichts gewonnen. Im Gegenteil. Die Vermeidung ist leider oft das kleinere Übel und Du kennst sie nur zu gut. Damit stärkst Du die Seite, die Du aber gerne ablegen würdest.