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7 Weisheiten mit denen Hochsensible im Beruf zu kämpfen haben

Ca. 80 Prozent wissen (noch) nichts über (ihre eigene) Hochsensibilität. Das Thema selbst ist noch immer relativ neu und unbekannt. Doch langsam scheint's besser zu werden.

 

Wenn ich google, schreibt die DAK darüber, oder auch Randstad (Zeitarbeitsfirma), weil sie das Thema für sich entdeckt haben. Das ist schon mal ein riesen Fortschritt. Dennoch haben Hochsensible mit vielen Vorurteilen zu kämpfen oder werden eben als Überempfindlich abgestempelt. Ein paar dieser Weisheiten will ich aus diesem Grund hier mal aufgreifen.

Hochsensiblen kann man wenig zutrauen

Hochsensiblen kann man nicht viel zutrauen, weil sie zu schnell erschöpft sind, mit den Gegebenheiten im Job nicht gut klarkommen oder weil sie schneller als andere schlapp machen. Sie können halt nicht so gut powern und durchhalten.

 

Je nachdem, was Deine Aufgaben sind, liegt es weniger daran, wie viel Du wegarbeiten kannst, sondern, ob das Arbeitsumfeld zu Dir passt. Hast Du mit vielen Reizen (Straßenlärm, Lärm durch Maschinen, Dauerbeschallung durch Menschen und Musik oder dem Geräuschpegel des Großraumbüros) zu tun, verbraucht das viel Energie. Klar, dass du dadurch schneller erschöpft bist.

 

Wenn Umfeld und Arbeitsbedingungen passen, könnte es sogar passieren, dass sie ein Hochsensible:r der letzte Kollege/Kollegin ist. Denn sie vertiefen sich gerne in Themen und vergessen oft dabei Zeit und Raum.

Hochsensible sind nicht belastbar

Ja, wenn ich da an mich selbst denke, kann das auch schon mal sein. Denn gerade wenn ich viel um die Ohren habe, wird's mir leicht zu viel des Guten. Doch es liegt ja an mir, wie ich mir Dinge einteile, die zu erledigen sind.

 

Wenn ich äußeren Reizen nicht ausgesetzt bin, strukturiert arbeiten kann und ohne viel Druck abarbeiten kann, was ich auf dem Tisch habe, bin ich sehr belastbar. An die Perfektionisten unter uns: Das frisst sehr viel Energie und laugt Dich aus. Geh von 100 auf 80%. Das reicht auch. Wenn's mir Spaß macht, bin ich schnell im Flow.

 

Vielleicht achtest Du als Hochsensible:r noch mehr auf Pausen. Die sind nicht nur für Hochsensible wichtig. Auch, WAS Du in Deinen Pausen tust. Sind es (ruhige) Pausen, in denen Du wirklich auftanken kannst, wird Dein Akku auch wieder aufgeladen und Du wieder leistungsfähig.

Hochsensible sind zu "überempfindlich"

Weil das so ist, kannst Du Dir einfach ein Paar Ohropax ins Ohr tun und gut ist. Mein Nachbar hat mir das neulich allen Ernstes empfohlen. Doch so einfach lässt sich Hochsensibilität nicht runterbrechen.

 

Weil Du überempfindlich bist, bist Du auch "kompliziert". Oder, dass man aufpassen muss, was man sagt, ist unter den Kollegen schon bekannt. Das ist typisch, dass so gedacht wird. Hast Du erstmal diesen Stempel, ist es nicht immer leicht, ihn wegzubekommen.

 

Allerdings kannst Du als Hochsensible:r durchaus resistenter für dumme Sprüche unqualifizierte Aussagen und Vorurteile werden. Denn das Selbstwertgefühl Hochsensibler ist oft nicht so stark, wie bei anderen, Durch ihr Anderssein hat es schon früh gelitten. Im Coaching sorge ich dafür, dass es wieder gestärkt und aufgebaut wird.

Hochsensible sind redefaul, haben viele Macken und sind kompliziert

Hochsensible sind von ihrem Naturell her eher introvertiert, schüchtern und machen sich über so Manches Gedanken, auf die ein "Normalo" gar nicht kommen würde. Sind sie deshalb zu speziell? Viele empfinden das so.

 

Hochsensible sind eher introvertiert. Es gibt jedoch ca. 30 Prozent, die extrovertierte. Extrovertierte Hochsensible sind weniger erkennbar. Dennoch haben auch sie so ihre "Eigenart". 

 

Was mancher als "kompliziert" ansieht, ist vielleicht die Art, sich über zu Vieles Gedanken zu machen. Sie durchdenken Manches bis ins kleinste Detail, was teilweise für Erstaunen sorgen kann. Eine Bekannte von mir hatte es z. B. an sich, bei Verabredungen (ungefragt), alle erdenklichen Wege und Verbindungen mitzuteilen. Wenn das nicht funktioniert, dann mach das - also immer so, dass keine Frage mehr offen bleibt.

 

Im Job kann das sehr vorteilhaft sein, z. B. wenn es um Organisatorisches geht. Als Assistentin des Chefs und verlässliche Vorzimmerkraft, ist das sehr entlastend.

Hochsensible sind nah am Wasser gebaut, können nichts ab

Hochsensible weinen schnell, sind sehr verletzlich und können aus diesem Grund nichts ab. Die musst Du wie ein rohes Ei behandeln...

 

Für Unwissende mag das so aussehen. Hierbei geht es weniger um das Mitleiden, sondern das Mitfühlen. Hochsensible haben eine hohe Schwingungsfähigkeit. Sie sind sehr empathisch und können intensiv mitfühlen.

 

Das mag zugleich den Eindruck erwecken, dass Hochsensible nicht sehr belastbar sind. Doch bist Du im "richtigen" Beruf, kannst Deinen soziale Ader ausleben, passt die hohe Empathiefähigkeit sehr gut. Deshalb habe ich mich von Anfang an, in meiner Berufung als Coach sehr wohl gefühlt.

Auch im Beruf einfach zur Hochsensibilität stehen!

Wenn das so einfach wäre. Diese Empfehlung würde ich nicht geben. Jede:r Hochsensible ist anders. Viele wissen noch nicht, dass sie hochsensible sind - wie sollen andere damit umgehen können? 

 

Die vielen Vorurteile und Weisheiten, die es über Hochsensibilität gibt, machen es manchen schwer, sich dazu zu bekennen. Sie sind oftmals nicht so stark und schämen sich für ihre Andersartigkeit. 

 

Ich oute mich schon häufiger und dennoch spüre ich im Nachhinein, dass ich danach anders behandelt werde. Mit einem Outing würde ich sehr achtsam sein. Denn es kann sein, dass es rein gar nichts verbessert. Im Gegenteil. Steh zu Dir und deiner Eigenart - das ist meine Empfehlung. Und daran kannst Du arbeiten.

Das Thema Hochsensibilität ist ein Thema unserer Zeit

Heutzutage ist alles schnelllebig. Sehr viele Menschen sind stark oder chronisch gestresst. Das Leben ist lauter und hektischer geworden. Daran gibt's nichts zu rütteln. Doch wer mehr über Hochsensibilität weiß, weiß, dass die hohe Sensitivität vererbbar ist. 

 

Nicht jede:r Schüchterne/Introvertierte ist hochsensibel. Man spricht von einer Persönlichkeit, einem Naturell, keiner Krankheit. Aber das hat nichts mit Zeitgeist zu tun. Früher hat man dieser außergewöhnlichen Sensibilität noch keiner Beachtung geschenkt. Das erst Mal brachte sie die US-amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron 1997 ins Gespräch. Leider existiert bis heute noch keine anerkannte neurophysiologische Theorie, die die Ursachen der Hochsensibilität beschreibt.

 

Wenn Du auch das Gefühl hast, Du bist nicht für diese Welt gemacht, könnte es an Deiner Hochsensibilität liegen. Schon getestet?

Hilfreiche Unterstützung für berufliche Themen und Karriere

Da die Flut der Themen um die Hochsensibilität zugenommen hat, war mir aus eigenem Erleben heraus, die Themen, die es in der Arbeitswelt zu bewältigen gibt wichtig. Seit über 12 Jahren gehe ich den Weg als Coach und bin viel glücklicher, als ich es jemals in jedem herkömmlichen Beruf war.

 

Mit meinem Business-Coaching ist nicht zwangsläufig verbunden, dass jemand seinem Arbeitsplatz verlassen muss. Doch mit dem Wissen um die Hochsensibilität ändert sich einiges. Oder besser gesagt, erklärt sich für Denjenigen einiges. Das in neue Bahnen zu lenken, Chancen zu erkennen und gleichzeitig das Potenzial, was damit verbunden ist zu nutzen, darum geht's im Wesentlichen. Lust auf einen Austausch?