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Unerkannte Hochsensibilität als Ursache für chronischen Stress

Bevor ich Dir etwas über die Stressfaktoren erzähle: Hochsensibilität ist eine "Wesensart" Deiner Persönlichkeit. Es ist weder eine psychische noch irgendeine andere Krankheit. Das ist mir wichtig, denn das mag den einen oder anderen davon abhalten, sich näher damit zu beschäftigen.

 

Geprägt hat diesen Begriff die amerikanische Psychologin Elaine Aron. Sie ist selbst hochsensibel und durch sie wurde diese Begrifflichkeit geboren. Sie ist die Pionierin der Hochsensibilität (abgekürzt: HSP, engl. Highly Sensitive Person). In Deutschland forscht Dr. Sandra Konrad an der Helmut Schmidt Universität darüber. 

 

Hochsensible Menschen sind leichter reizüberflutet und brauchen häufiger Phasen, in denen sie sich zurückziehen können, um ihre Eindrücke zu verarbeiten. 

 

Mein erstes wirklich bewusstes Erlebnis: Ich war vollkommen erschlagen, von jemandem, der sehr viel redete. Ich wurde immer ruhiger und mochte dem nichts entgegen setzen. Im Anschluss hatte ich nur noch den Wunsch, die absolute Ruhe zu haben, um mich von dieser Person zu erholen. 

Chaos im Kopf, dass Gefühl, dass alles viel zu viel ist - kommt Dir bekannt vor?

Wenn ich in Seminaren sitze und ich mich brennend für die Themen interessiere, bin ich meistens direkt im Fokus des Dozenten oder Seminarleiters. Weil ich sehr fokussiert bin und möglichst alles aufsaugen will. Deshalb werde ich gerne etwas gefragt oder angeschaut, wenn die Inhalte vermittelt werden. Anstrengend, aber irgendwie kann ich nicht anders...

 

Das Aufsaugen von Inhalten klappt immer sehr gut (typisch für Hochsensible). Allerdings sackt das alles gefühlt in Zeitlupe. In diesen Momenten komme ich oft auch nachts nicht so gut zur Ruhe. Ich arbeite immer echt lange nach. 

 

Aber auch wenn ich zu viel gleichzeitig mache und das über einen längeren Zeitraum, empfinde ich das als viel zu viel. Ich merke, dass ich gestresst bin, weil Chaos in meinem Kopf ist. Typisch für Stress, denn im Kampf/Fluchtmodus ist denken nicht angesagt. Ein sicheres Zeichen für Entspannung und Rückzug.

 

Hochsensible sind leichter reizüberflutet. Sie brauchen Phasen, in denen sie sich zurückziehen können, um diese Eindrücke zu verarbeiten. 

Reizüberflutung ist meist ein chronischer Stressfaktor

Nehmen wir mal an, Du weißt zwar, dass Du sehr sensibel bist, aber von (D)einer Hochsensibilität weißt Du noch gar nichts. Dann könntest Du das z. B. an diesen Dingen festmachen: 

  • Dich stresst eine ständige Geräuschkulisse (Autoverkehr, Großraumbüro u. a.)  und lässt Dich nervös werden.
  • Du kannst Dich schlecht konzentrieren, wenn z. B. neben Dir jemand lauter spricht.
  • Du verlierst Deinen Deine innere Ruhe, wenn zu viele Dinge auf auf Dich einstürmen.
  • Du fühlst schnell mit jemandem mit und wenn jemand weint, steckt Dich das an.
  • Du nimmst Dinge in Deiner Umgebung wahr, die anderen gar nicht auffallen.
  • Du reagierst sehr empfindsam auf Schmerzen und leidest schneller.
  • Du bist sehr schreckhaft, andere können dich schnell erschrecken.
  • Du hast in Deiner Kindheit oft gehört, dass Dich andere als sehr sensibel bezeichneten.

Das sind nur einige Beispiele, von denen es bestimmt noch etliche weitere gibt. Um aus dem Stressmodus zu kommen, benötigen Hochsensible mehr Auszeiten und öfter einen Rückzug der absoluten Ruhe. Je selbst_bewusster Du bist, desto besser wird Dir auffallen, wann das der Fall ist. 

 

Das Stresshormon Cortisol ist der stetige Begleiter der Hochsensiblen. Bist Du chronisch im Stress und das Cortisol baut sich gar nicht ganz ab, sind typische Beschwerden: Verspannungen, Verdauungsprobleme, Konzentrationsprobleme, Ein- und Durchschlafprobleme, Erschöpfung und Müdigkeit, Zähneknirschen oder Kopfschmerzen, Migräne. 

 

Du brauchst einfach länger um emotionale, beeindruckende Erlebnisse zu verdauen. Auch Cortisol benötigt 

Zeit um sich ganz abzubauen. Wenn dann schon das nächste Stresserlebnis ins Haus steht, stehst Du unter einen konstant erhöhten Cortisolwert. Das hat Auswirkungen auf Deine Gesundheit und Deinen Hormonhauhalt.

Hochsensibilität kann die Erklärung für so Vieles sein

Ich habe die Erkenntnis, dass ich hochsensibel bin, als Puzzleteile meiner Lebensgeschichte gesehen. Das Wissen darum hat mir dabei geholfen, dass ich meine Reaktionen auf meine Vergangenheit ganz anders einordnen konnte. Und ich erlaube mir längst, mir die Zeit zu nehmen, die ich für meine Erholung brauche.

 

Schon damals fiel anderen auf, dass ich in mancher Hinsicht sehr sprunghaft war. Auch, dass ich oft mitbekam, wenn es jemandem nicht gut ging und das ansprach. "Kannst Du Gedanken lesen...?" war dann die typische Frage. Manchmal war mein Umfeld aber auch "not amused", weil ich etwas äußerte, worüber sie selbst gar keine Lust hatten nachzudenken.

 

So facettenreich die Hochsensibilität daherkommt, so viele Gründe gibt es, warum es darunter so einige gibt, die sehr perfektionistisch sind oder warum der Selbstwert nicht der größte ist. Hochsensible sind oftmals sehr detailverliebt, weil sie viel mehr wahrnehmen als andere. Sie erfreuen sich viel mehr an schönen Dingen. Da

es auf der anderen Seite auch so viele unschöne Dinge gibt, fallen diese mehr in den Blick.

 

Hochsensible Perfektionisten wollen aus diesem Grund selbst perfekt sein und auch ihre Umgebung dazu machen. Doch dies frisst so viel Energie auf und es gibt einfach nichts und niemanden, den Du als perfekt bezeichnen könntest. Ein weiterer zusätzlicher Stressfaktor, auf den ich gerne hinweisen möchte. 

Du hast mit der Hochsensibilität so viele geniale Gaben - Gott sei Dank!

Mit Deiner Hochsensibilität hast Du gleichzeitig so viele "Gaben" mitbekommen, die Du wunderbar nutzen kannst. Ob Du Dinge tiefer verarbeitest, sehr empathisch bist oder einen Sinn für Ästhetik und das Schöne hast: Jede:r Hochsensible hat seine ganz eigenen Felder auf denen er/sie glänzen kann.

 

Bist Du noch dazu "vielbegabt", hast Du Deine ganz eigene Art. Du fällst z. B. dadurch auf, dass Du unglaublich neugierig und wissbegierig bist. Du verfügst über eine ausgeprägte Wahrnehmung durch riechen, schmecken, hören oder fühlen. 

 

Im Business kannst Du auch durch Dein Detailwissen punkten, oder dass Du Dir schnell Wissen zu einem Thema aneignen kannst. Du bist sehr reflektiert und außerdem selbstkritisch. Du hast eine gute Beobachtungsgabe. 

Freies und selbstbestimmtes Arbeiten gehört ebenfalls dazu. Dich kann man nicht in eine Schublade stecken, weil Du so facettenreich bist.

Siehst Du jetzt schon ein bisschen klarer? Mach einen Test!

Auf meiner Webseite kannst Du noch viele weitere Infos zur Hochsensibilität sammeln. Das Internet gibt außerdem unglaublich viel Input zum Thema her. Wenn Dir jetzt schon schwant, dass Du hochsensibel sein könntest, unterstreicht das ein valider Test.

 

Ich kann nur im Nachgang feststellen, dass sich allein mit der Erkenntnis einiges geordnet hat, was mir mein Leben leichter macht. Mein Coaching räumt mit den Stressfaktoren und emotionalen Stresserlebnissen auf. Dafür wende ich neurowissenschaftliche Methoden an, mit denen ich punktgenau arbeiten kann.

 

Bewusster zu werden, an seinem Selbstwert zu arbeiten und somit seine Resilienz zu erhöhen sind weitere Möglichkeiten, die Dich dabei unterstützen können, Deine Balance im Auge zu behalten. Solltest Du Lust auf einen Austausch haben, melde Dich gleich hier dafür gratis an. Ich freue mich darauf!