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Wenn NEIN-sagen schwer fällt: 5 Tipps, wie's leichter geht

Sich klar und eindeutig zu einem JA oder NEIN durchzuringen, fällt einigen echt schwer.

Ein NEIN scheint ihnen öfter im Halse stecken zubleiben. Besonders in Beziehungen

ist einen "Korb" zu vergeben bzw. zu kassieren auch nicht gerade leicht.

 

Aber warum?

 

Du könntest jemanden mit Deinem NEIN verletzen. Daraus könnte ein Konflikt entstehen, der Dir noch mehr Stress macht. Wenn Dein Gegenüber sich zurückgewiesen fühlt, ist das auch kein sehr angenehmes Gefühl. 

 

Wenn du aus den genannten Gründen schneller beim JA bist (obgleich Du ein NEIN fühlst) gibt es selten nur einen einzigen Grund dafür. 

 

Beispiele: 

  • Ein NEIN könnte Dir Ärger machen.
  • Du könntest Sympathiepunkte einbüßen.
  • Das könnte ein schlechtes Licht auf Dich werfen.
  • Du erinnerst ungute Situationen, in denen Du NEIN gesagt hast.
  • Dir fehlt noch die Courage, weshalb Du doch wieder beim JA landest.

Tipp 1: Warum Deine Vergangenheit eine Rolle spielt

Wenn's Dir also eher schwer als leicht fällt, NEIN zu sagen, könnte Deine Vergangenheit eine Rolle spielen. Dein Unterbewusstsein hat etwas als Du Kind warst abgespeichert, was trotz allem daran positiv für Dich war.

 

So hat Dein Belohnungssystem abgespeichert: Wenn ich etwas mache, was mir zwar nicht gefällt, ich aber dafür ein Lob kassiere, fühlt es sich richtig gut an.

 

Oder Du lernst: Ich enttäusche jemanden, den ich sehr mag oder lieb habe besser nicht. 

 

Zwei Fliegen, eine Klappe: Neben Lob fällt ganz nebenbei auch noch Anerkennung für mich ab.

 

Der Benefit für ein JA scheint ungleich größer zu sein. Nur hast Du die Rechnung ohne Dich selbst gemacht. Wo bleiben Deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse? 

Tipp 2: Begründe ein Nein und biete einen Kompromiss an

Sicher, Du kannst ein NEIN einfach stehen lassen. Das ist auch in Ordnung. Doch sorgst Du Dich um die Konsequenzen, wende es "smarter" an. Indem Du sagst, warum Du NEIN sagst, kann Derjenige, der fragt, das NEIN leichter nehmen.

 

Beispiel: "Sorry, heute habe ich keine Zeit. Ich habe noch einen Termin und muss nach Hause." Oder: "Heute klappt es leider nicht, weil ich noch zum Arzt muss..." Gründe kann es viele geben, die Du ehrlich sagen kannst.

 

Biete Alternativen an: Tut mir leid, heute schaffe ich es nicht. Wenn wir das morgen machen können, kann mir ausreichend Zeit dafür nehmen.

 

Wenn du für den Moment am Anschlag Deiner Belastungsgrenze bist, äußere auch das. Du kannst danach fragen, wann etwas spätestens fertig werden soll/muss. Welche Priorität hat das, wofür Du gerade kein JA geben kannst? 

 

Wenn Du aber ein NEIN geben musst: Wer könnte vielleicht sogar für Dich einspringen?

Tipp 3: Du darfst etwas ablehnen - erlaube Dir, NEIN zu sagen!

Ein NEIN kann Konsequenzen haben. Das sollte Dir klar sein. Doch wie oft malst Du Dir Schlimmeres aus, was eh nie so eintrifft? Das tust Du, um Dich zu schützen. 

 

Doch Du bist wichtig! Wenn Du Deine Wünsche und Bedürfnisse meistens hinten anstellst, wie behandelst Du Dich dann? Welche Gefühle macht Dir das?

 

Wenn Du schon aus 100 Metern Entfernung spürst, dass jemand Erwartungen an Dich hat: Auch dann ist es Dein gutes Recht NEIN zu sagen! Steh zu Dir und denk daran, dass Du die gleichen Rechte wie jeder Mensch hast. 

 

Mal ehrlich, wie denkst Du über jemanden, der, weil er schwer NEIN sagen kann, sehr oft von anderen ausgenutzt wird? 

 

Teste mal mutig aus, was Dir "passiert", wenn Du NEIN statt ja sagst. Meine eigene Erfahrung: Ich werde viel respektvoller behandelt. Damit Du NEIN sagen darfst, lass Dir Zeit. Schlage vor, dass Du Deine Entscheidung erst überdenken, vielleicht noch eine Nacht darüber schlafen willst.

Tipp 4: Schreib Dir auf, was Du durch ein Nein gewinnen könntest

Dein Kopf rattert, unangenehme Gefühle machen sich bemerkbar: Du hast Angst, spürst Scham oder bist total beunruhigt?

 

Dann entlaste Deinen Kopf doch mit dieser kleinen Übung:

 

Schreib alles auf, was Du gewinnst, wenn Du dich an die erste Stelle stellst und Deinen Bedürfnissen nachgehst.

Was wäre dadurch entspannter? Wie fühlst Du Dich dann? 

 

Spiel doch mal durch, was im ungünstigsten Fall passieren könnte, wenn Du NEIN sagst. Du wärst für alle Fälle gewappnet.

 

Du musst ein Nein nicht begründen. Doch wahrscheinlich fällt es Deinem Gegenüber leichter es anzunehmen, wenn Du es tust. Nimm Dir ausreichend Zeit, darüber nachzudenken. Verabrede einen Zeitpunkt für Deine Antwort. 

Tipp 5: Was "könnte" die Reaktion auf Dein Nein sein? Bereite Dich vor...

Okay, Du kannst natürlich nicht wissen, wie jemand auf Dein Nein reagiert, auch wenn Du sonst meistens JA gesagt hast. Trotzdem könnte es Dir helfen, Möglichkeiten im Kopf zu haben, wie eine Reaktion ausfallen "könnte".

 

Denn gerade, wenn Du sonst häufig ja gesagt hast, verwunderst Du mit Deinem NEIN andere wahrscheinlich. Wenn dann jemand dabei ist, der Dir ein schlechtes Gewissen machen will, ist das eine Prüfung für Dich.

 

Mancher lässt Dich Druck spüren, bleibt dran und fährt einige "Geschütze" auf, damit Du Dein NEIN bereust.

 

Und klar kannst Du jemanden Durch Dein NEIN enttäuschen. That's life! Dein Gegenüber hat seine Erwartungen auf Dich projiziert. Wenn Du diese nicht erfüllst, dann ist das so. Du bist schließlich nicht für die Erwartungen anderer zuständig.

 

Aber: Ein NEIN ist ein JA zu Dir selbst. Das vergiss bitte nicht.

 

Und solltest Du Dich damit schon längere Zeit echt schwer tun, könnte ein Weg sein, Dir Deine Vergangenheit mal anzuschauen. Vieles, was blockiert und behindert ist im Unbewussten begraben. Wenn Du magst, können wir uns ja mal darüber austauschen.