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ACHTSAMKEIT - eine Modeerscheinung und braucht kein Mensch!?

Gehört und über den Weg gelaufen ist dir das Thema ACHTSAMKEIT ja bestimmt schon mal. Aber, das ist schon wieder so'n esoterischer Kram, denkst du? Braucht kein Mensch? Wird ja übertrieben oft darüber gesprochen und geschrieben? Das kann schon sein. Gerade, wenn sich Schreiberlinge/Journalisten sich eines Themas annehmen, kannst du in vielen Magazinen und Zeitungen darüber lesen. Doch hast du es denn selbst schon einmal probiert?

 

Ich nenne dir mal die 5 Faktoren, die ein Achtsamkeits-Training beinhaltet. Und warum gerade das mich, als

Stress-Expertin total überzeugt hat.

Seinen Fokus ändern und schon allein dadurch auftanken

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Im Zuge der Positiven Psychologie, die in den 1990er Jahren durch Martin Seligmann aufkam, rückte

gleichzeitig auch die Achtsamkeit in den Fokus. Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein. Wenn

du deine volle Aufmerksamkeit auf den Augenblick lenkst, ist das fast schon wie eine leichte Trance. Das bringt einige angenehme Begleiterscheinungen mit sich.

 

Ich nenne mal Beispiele, in denen das so ähnlich ist:

 

Wenn du viel mit dem Handy beschäftigt bist 

und in die Welt aus Nachrichten und Entertainment eintauchst, blendest du häufiger als dir bewusst ist deine äußere Welt aus.

 

Das passiert auch, wenn du ein fesselndes Buch liest, weil dein Fokus ganz auf dem Text liegt.

 

Wenn das passiert, wird alles andere ausgeblendet. Manchmal ist das für dich genau das Richtige. Nämlich

 

dann, wenn du sehr gestresst bist. Oder wenn du ständig grübelst. Auch das sich Sorgen machen zieht dir viel Energie ab. Seine Aufmerksamkeit auf ein Detail zu lenken, entspannt und lenkt ab. Das lässt deine Batterien wieder aufladen.

Die 4 Etappen zur Achtsamkeit

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Heutzutage prasseln so viele Infos und Reize auf uns ein - die Bilder sind schneller geworden und aus allen Ecken werden wir mit irgendwas berieselt. Selbst Kleinkinder werden auf so viel mehr Events und Veranstaltungen mitgenommen als früher. Und alles kostet Energie, die uns abgezogen wird. Insgesamt ist unser Leben hektischer und schnelllebiger.

 

Wenn du dann noch einen anspruchsvollen und aufreibenden Job hast, der dich auch stresst, sind Achtsamkeitsübungen ein perfekter Ausgleich.

Wenn du deinen Fokus lenkst und nur den Augenblick wahrnimmst, geht das so:

 

Bewusstes, Absichtloses, nichts Bewertendes, Wahrnehmung. Du verlierst die Bedeutung der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.

 

Dafür brauchst du 4 diese Schritte:

1. Achtsam werden - achtsam sein

2. Schulung der Wahrnehmung

3. Positive Effekte von der Achtsamkeit

4. Ich bin ganz bei mir.

So schulst du Deine Wahrnehmung

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Mit diesen 5 Sinnen nimmt man seine Außenwelt wahr: 

Riechen, Sehen, Hören, Schmecken und Fühlen.

 

Wenn es dir gelingt, dich auf eins der Sinne ganz zu konzentrieren kann daraus deine innere Stärke und Ruhe erwachsen. Das ist in diesen stressigen Zeiten ein wichtiger Ruhepool, der dir hilft Stress zu bewältigen und Spannungszustände zu überwinden.

 

Gleichzeitig kannst du deine Genussfähigkeit trainieren.

 

Denn wenn du dich auf nur einen deiner Sinne konzentrierst, verstärkst du ihn. Nehmen wir mal an, du konzentrierst dich auf das Schmecken.

 

Wie intensiv wird in diesem Moment ein Stückchen Schokolade. Besonders intensiviert wird z. B. Süßes, Saures, Salziges oder Fettes.

 

 

Je intensiver du in dieses Erlebnis eintauchst, desto schöner kann es sein. Weil deine Wahrnehmung in diesem Moment eine viel prägnantere ist. Je öfter du einzelne Sinne übst, wirst du eine stärkere Intensität feststellen.

Wie achtsam nimmst du schon heute einzelne Lebensbereiche wahr?

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Vielleicht bist du durch deinen Job bereits sehr achtsam unterwegs, weil er es fordert. Auf einer Skala von 1 - 10, wie stark sind andere Lebensbereiche ausgeprägt? Oder, in welchem Bereich wärst du gerne noch achtsamer als bisher?

 

Welche "Säulen" gibt es, die dein Leben ausmacht? Je bewusster du sein kannst, desto besser kannst du dein Leben gestalten und in die Hand nehmen. Dazu ist es wichtig sich mal anzuschauen, weile dir wichtigen Säulen es denn überhaupt gibt und welche Werte dafür stehen?

Wenn du dich ausschließlich auf deine Karriere ausrichtest, fehlen andere Säulen, die dich durch dein Leben tragen.

 

Wenn Säulen fehlen, kann dich das in Krisenzeiten ganz schön ins Wanken bringen.

 

Überleg doch mal, welche Säulen dir noch in deinem Leben wichtig sind: Familie, Freundschaft, Gesundheit, Liebe, Hobby, Freizeit, Geld, Träume oder Reisen?

 

Wenn du deine Säulen gefunden hast - warum sind sie dir wichtig? Wo würdest du sie auf deiner Skala von 1 - 10 einordnen? Je bewusster dir das ist, desto achtsamer kannst du für dich sorgen.

Fang an, die achtsamen Momente zu genießen und zu sammeln

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Achsamkeit zu trainieren bedeutet, dass du "selbstbewusster" wirst. Dir fällt mehr auf, wie etwas oder jemand ist. An dir rauscht das Leben nicht einfach so vorbei. Das heißt natürlich auch, dass du mehr Einfluss nehmen kannst.

 

Du kannst dir Tag für Tag vornehmen, welchen deiner Sinne du trainieren möchtest. Wenn du dir die Zeit nicht jeden Tag nehmen kannst oder willst, dann eben jeden zweiten. Auf welche deiner 10 Aktivitäten willst du in den nächsten Tagen deinen Fokus legen? Du kannst auch neue Erfahrungen für die Übung deiner Achtsamkeit nehmen.

Ideensammlung für das Schulen deine Sinne

Für alle 5 Sinne kannst du dir einen Plan machen. So zum Beispiel:

 

Riechen: In eine Parfümerie gehen,

In einen Gewürzladen gehen,

In eine Bäckerei gehen,

in einen Blumenladen gehen.

 

Sehen: Ins Museum gehen,

Tiere beobachten,

den Wolken am Himmel zuschauen,

eine Stoppuhr betrachten.

 

Hören: deiner Atmung zuhören,

deiner eigenen Stimme lauschen,

Wasser beim Duschen lauschen,

dem Plätschern eines Bachs zuhören.

 

Schmecken: Honig im Mund zerfließen lassen,

warme Schokolade trinken,

Tomatensuppe essen,

Eis im Mund zerschmelzen lassen.

 

Fühlen: Ein Tier streicheln,

Kuchen- oder Pizzateig kneten,

deine Hand in einen See oder Bach halten,

über deine Haut fahren.

 

Wie auch immer du Achtsamkeit üben und erfahren möchtest - lass dir Zeit. Mach dir Notizen und halte deine

Sinneseindrücke fest. Du kannst dir deine Eindrücke wann immer du Lust hast zurückholen und genießen. Und um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Ich empfehle insbesondere sehr gestressten Menschen Achtsamkeitsübungen, weil es ihnen hilft runterzukommen, abzuschalten und neue Energie zu generieren.

(Quelle: Engelmann: Therapie-Tools Positive Psychologie, Beltz Verlag)